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Leseförderung

Auf dieser Seite finden Lehrpersonen und Schulen Informationen, Materialien und Best-Practice-Beispiele für gesamtschulische Leseförderung.

Lesen ist Denkentwicklung

Lernprozess des Lesens in Gedichtform, Hans Manz

Leseförderung ist wichtig – die PISA-Resultate erinnern regelmässig daran und zeigen seit mehr als 20 Jahren, dass ein Viertel der Schulabgängerinnen und -abgänger das Lesen zu wenig gut erwirbt und folglich im beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld massgeblich benachteiligt ist.
Bei der Rückschau in die Vergangenheit der Lesedidaktik fällt auf, dass die Lehrpläne bis anfangs der 90er-Jahre das Lesenlernen und das Fördern der Lesekompetenz nur bis ins 3. Schuljahr aufführten und erst die nachfolgenden Lehrpläne die Leseförderung im Fach Deutsch als Aufgabe bis Ende der obligatorischen Schulzeit beschrieben. Seit etwa zehn Jahren ist erkannt, dass jedes Fach das Lesen als Förderauftrag wahrnehmen soll, weil diese Kompetenz ein zentraler Schlüssel zum jeweiligen Fach ist. Damit obliegt die Verantwortung der Leseförderung in einem Schulhaus vielen verschiedenen Lehrpersonen. Dies erfordert, dass sie abgesprochen, d.h. vereinbart und vereinheitlicht konzipiert wird. Im besten Fall entwickelt die Schule ein Leseförderkonzept, welches die systematische Erfassung der Lesekompetenz und die gezielte Förderung beschreibt und die Aufgaben zuweist. Es geht darum, dass alle Lehrpersonen die tragenden Säulen der Leseförderung kennen:

  • Lesemotivation: Sie beginnt beim Aufbau der Beziehung zur Schrift und zum Buch, beim Sammeln von Erfahrungen mit Geschichten- und Sachbüchern. Grundsätzlich geht es darum, dass die Kinder ein stabiles Selbstkonzept und einen positiven Habitus zum Lesen entwickeln, z. B. Lesegewohnheiten, Lesevorlieben. Deshalb ist auch die Lese-Emotion, die Gefühle, welche beim Lesen entstehen, sei es wegen des Inhaltes im Text oder wegen der Leseanstrengung.
  • Leseflüssigkeit: Sie ist schon beim Lesen von Wörtern und Satzteilen wichtig. Wer nicht schnell genug liest, versteht wenig und verliert die Lust am Lesen, weil es langweilig ist, wenn nicht verstanden wird. Dabei geht es um die Lesegenauigkeit und die Automatisierung.
  • Leseverstehen: Es braucht einen ausgebauten Wortschatz und verlässliche Lesestrategien. Mit Wortschatz sind auch die Operatoren gemeint. Es sind die Verben, welche in Aufgabenstellungen vorkommen, wie z. B. benennen, beschreiben, erklären, vermuten. Wer nicht genau weiss, was sie bedeuten, hat Mühe die Aufgabe zu begreifen und weiss oft nicht, was zu tun ist. Die Operatoren sind teilweise fachspezifisch zu lernen, wie auch der Fachwortschatz in entsprechenden Themen, wie z. B. Wetterprognose, Zahlenmauer und Erosion. Lesestrategien ermöglichen effizientes Lesen und Erfassen von Sachverhalten. Sie führen zur Lesemündigkeit und Leseautonomie.

Übersicht

Leseförderung an der Schule

Der systematische Aufbau der Leseförderung muss als Aufgabe der ganzen Schule, als gemeinsames Schulentwicklungsprojekt, angegangen werden. Wie lassen sich solche Projekte planen, durchführen und nachhaltig implementieren? Hier finden Schulen Hintergrundinformationen, Links und Anregungen. 

Leseförderung im Unterricht

Wie implementiere ich wirksame Leseförderung im Unterricht? Hier finden Sie Informationen, Links und Umsetzungshilfen für Leseförderung in den verschiedenen Zyklen und Fachbereichen.

Nach Zyklus

Nach Fachbereich

Idealerweise entscheidet sich eine Schule gemeinsam für ein unterrichtsleitendes Deutschlehrmittel, welches die Grundlage für die Leseförderung über alle Klassen hinweg darstellt.

  • Empfohlene Lehrmittel für den Fachbereich Deutsch

Weitere Lernmedien und Materialien für die Leseförderung werden innerhalb der Stufen festgelegt und wenn möglich im Lesekonzept der Schule festgehalten.

Lernende mit Leseschwierigkeiten

In jeder Klasse finden sich Lernende, die (vorübergehend) Schwierigkeiten im Lesen haben. Wie können sie wirksam unterstützt und gefördert werden?

Pilotprojekte

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