Dieses Fachporträt gibt einen kompakten Überblick über die zentralen Bildungsziele, Inhalte und Besonderheiten des Fachbereichs Musik für den Unterricht im Kanton Bern. Es verweist auf praxisnahe Informationen und Materialien, die Lehrpersonen bei der Umsetzung im Unterricht unterstützen.

Darum geht es
Der Musikunterricht sichert einen einzigartigen Zugang zu kultureller Bildung. Durch die «Auseinandersetzung mit musikalischer Tradition und Innovation», heisst es im Lehrplan 21, «treten Schülerinnen und Schüler in Dialog mit der eigenen Person und der Gesellschaft und lernen sich in einer Lebenswelt, in der Musik in verschiedensten Formen und Funktionen allgegenwärtig ist, mündig zu bewegen.» Dabei kommt dem künstlerischen Ausdruck und dem Aufbau einer Auftrittskompetenz für die kulturelle Teilhabe und Kulturerschliessung eine besondere Bedeutung zu. Die Lehrperson agiert dabei als musikalisch handelndes Vorbild und als Mitgestalterin und Begleiterin von musikalischen Lernprozessen.

Lektionentafel des Kantons Bern
Factsheet «Musikalische Grundschule» (MGS) – Informationen für Lehrpersonen und Schulleitungen
Kompetenzen und Ziele
Kinder erleben Musik mit dem ganzen Körper und allen Sinnen. Der Aufbau musikalischer Fertigkeiten entsteht durch körperliche, sensomotorische und ästhetische Erfahrungen, die sowohl individuell als auch gemeinsam aufgebaut und gefestigt werden. Diese Erfahrungen führen zu inneren musikalischen Vorstellungen und bilden die Grundlage für das musikalische Hörverstehen (Audiation) sowie für das Erlernen der Notenschrift.
Das ermöglicht Schülerinnen und Schülern im 3. Zyklus, musikalische Gestaltungsprozesse aktiv mitzubestimmen und eigene Ideen einzubringen.
So entwickeln sie ein positives musikalisches Selbstverständnis und das Vertrauen, sich auch künftig auf musikalische Lern- und Ausdrucksformen einzulassen – sei es in vielfältigen Formen kultureller Teilhabe oder auf einem weiterführenden musikalischen Weg.

Grundlegende Kompetenzen
Grundlegend ist der Aufbau von rhythmischen und melodischen Fertigkeiten, der Singfähigkeit und die Anwendung der musikalischen Fachsprache, die Notation und die Musiktheorie.
Der Musikunterricht wird in folgende 6 Kompetenzbereiche unterteilt und über alle Zyklen iterativ aufgebaut:
- Singen und Sprechen (MU1)
- Hören und Sich-Orientieren (MU2)
- Bewegen und Tanzen (MU3)
- Musizieren (MU4)
- (musikalische) Gestaltungsprozesse (MU5)
- Praxis des musikalischen Wissens (MU6)
Die beiden letzten Bereiche (MU5 und MU6) haben eine besondere Rolle: In ihnen kommen die anderen Bereiche zusammen. Sie dienen entweder der Anwendung oder der vertieften Auseinandersetzung mit musikalischem Wissen und Gestalten.

Beim Musiklernen werden bewusst transversale Kompetenzen gestärkt. Zu den transversalen Kompetenzen gehören:
- Kooperationsfähigkeit und Umgang mit Vielfalt
- Selbstreflexion und Eigenständigkeit
- Sprachfähigkeit und Aufgaben/Probleme lösen
Unterrichtsplanung
Für den Unterricht «Musik» können aus einer Liste empfohlener Lehrmittel die passenden gewählt werden.
- Zyklus 1: Kreschendolino, Kreschendo, Musik 1, Tipolino im Kindergarten, Tipolino 1
- Zyklus 2: Kreschendo 3–4, Kreschendo 5–6, Musik 2, Tipolino 2, im:pluls1,
- Zyklus 3: im:puls2, Kreschendo 7–9
- Lehrmittelverzeichnis der Lehrplan- und LehrmittelkommissionEmpfohlenen Lehrmittel für den Fachbereich «Musik»
- LehrmittelkommentareKommentare zu den empfohlenen Lehrmittel im Unterricht «Musik»
Grundsätzlich verlangen alle Lehrmittel eine hohe musikalische Kompetenz und Eigenständigkeit der Lehrperson. Diagnostische Fähigkeiten bei Lernschwierigkeiten sind ebenfalls wichtig. Nur so können die Lehrmittel gezielt und sinnvoll eingesetzt und mit weiteren Arbeitsmaterialien ergänzt werden. Alle musikalischen Arrangements sollen entsprechend der Klassenzusammensetzung und deren Fähigkeiten angepasst werden.
Planungshilfen
Für jeden Zyklus steht ein Lernarrangement und ein Beispiel einer Quartal-, Semester- und Jahresplanung zur Verfügung. Entsprechende Vorlagen dazu können heruntergeladen werden. Zusätzlich sind Vorlagen für Dokumentationen zu den summativen und formativen Beurteilungen vorhanden.
Weiteres Material und weitere Anforderungen
Wünschenswert wären ein Orffinstrumentarium, ein Set Keyboards, ein eingerichteter Bandraum und Padlets.
Imitation ist eine der Hauptlernmethoden, wenn es um die Einführung von basalen musikalischen Kompetenzen geht. Ansonsten ist ein selbständiges projektartiges Arbeiten im Unterricht mit klaren Vorgaben zielführend und wirkt sehr fördernd auf ein Klassenklima und die Förderung der musikalischen Kompetenzen durch Peers.
Vernetzung und Interdisziplinarität
Das Fach Musik nimmt bezüglich des Einsatzes von Medien eine besondere Rolle ein. Es wird in der postdigitalen Zeit in allen Kompetenzbereichen mittels Apps und weiterer Hilfsmittel unterrichtet. Die didaktische Aufbereitung und der kritische Umgang ist dabei noch nicht entsprechend fortgeschritten.
Musikalische Auftritte in ausserschulischen Lernorten sind sehr wünschenswert und eignen sich gut, um ein ganzheitliches Lernen zu fördern.
Planungshilfe «Anwendungskompetenzen Medien und Informatik» im Fachbereich Musik – Veröffentlichung 2026
Ausserschulische Lernorte, auch für den Fachbereich Musik
Leseförderung im Musikunterricht
Entwicklungen im Fachbereich, Perspektiven und Trends
Der Umgang mit Medien und KI benötigt grösste Aufmerksamkeit, und es ist wichtig, dies insbesondere bezüglich sinnvoller fachdidaktischer Anwendungen in den Blick zu nehmen.
Ressourcen und Links
Die Seite «Ressourcen und Links» ergänzt das Lehrmittelverzeichnis durch eine kuratierte Sammlung praxisnaher und ergänzender Lehr- und Lernmaterialien. Sie bietet Inspiration und Unterstützung im Planen und Durchführen des Unterrichts im Fachbereich «Musik».